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Das Judas-Evangelium

Das „Judas-Evangelium“ ist seit Jahren Thema von theologischen Debatten und Verschwörungstheorien. Jetzt wurde der Text und die englische Übersetzung. Hier lesen Sie das Evangelium in einer deutschen Übersetzung von Hartmut Angermüller und Lutz-Rainer Bettin (unter Hinzuziehung einer Übersetzung von Bernhard Siebert). Dieser Text basiert nicht auf dem koptischen Originaltext, sondern auf der englischen Übersetzung des Judas-Evangeliums durch Rodolphe Kasser, Marvin Meyer und Gregor Wurst.

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Das Evangelium nach Judas Iskariot

Einführung
Der geheime Bericht über die Offenbarung, die Jesus während einer Woche, drei Tage bevor er das Passah-Fest feierte, dem Judas Iskariot machte.

Die irdische Sendung Jesu
Als Jesus auf Erden erschien, vollbrachte er große Wunder zur Rettung der Menschheit. Und da einige den Weg der Gerechtigkeit beschritten, während andere den Pfad der Sünde wandelten, wurden die zwölf Jünger berufen.
   Er begann, mit ihnen über die Geheimnisse jenseits des Irdischen und über das Geschehen am Ende aller Tage zu sprechen. Oft erschien er seinen Jüngern nicht in eigener Gestalt, sondern in Gestalt eines Kindes.

Kapitel 1: Jesus im Gespräch mit seinen Jüngern: Das Dankgebet oder das Heilige Abendmahl
Einst war er bei seinen Jüngern in Judäa und fand sie bei Tische in frommer Andacht. Als er auf sie zuging, wie sie bei Tische versammelt waren und im Gebet für das Brot dankten, lachte er.
   Die Jünger sprachen zu ihm: "Meister, warum lachst du über [unser] Dankgebet? Wir haben getan was rechtens ist."
   Er antwortete und sprach zu Ihnen: "Ich lache nicht über euch. [Ihr] habt dies nicht aus eigenem Antrieb getan, sondern zum Lobe eures Gottes".
   Sie sprachen: "Meister, du bist [...] der Sohn unseres Gottes."
   Jesus sprach zu ihnen: "Woher kennt ihr mich? Wahrlich, [ich] sage euch, es ist kein Menschengeschlecht unter euch, das mich kennen wird."

Die Jünger werden zornig
Als seine Jünger dies vernahmen, wurden sie sehr zornig und begannen, ihn im Herzen zu verfluchen.
   Als Jesus ihren Mangel an [Verständnis] sah, [sprach] er zu ihnen: "Warum seid ihr so zornig? Euer Gott, der bei euch ist und [...] [35] hat [in] eurer Seele Zorn hervorgerufen. [Lasst] einen jeden von euch, der unter den Menschen stark genug ist, den vollkommenen Menschen hervorbringen und vor mein Angesicht treten." Sie alle sprachen: "Wir haben die Kraft."
   Doch ihr Geist war zu schwach, vor ihn zu treten - außer Judas Iskariot. Er konnte vor Jesu Angesicht treten, ihm aber nicht in die Augen blicken, und er wandte den Blick ab.
   Judas [sprach] zu Jesus: "Ich weiß wer du bist und woher du gekommen bist. Du kommst aus dem ewigen Reich Barbelo, und ich bin es nicht wert, den Namen dessen zu nennen, der dich gesandt hat."

Jesus spricht allein mit Judas
Wohl wissend, dass sich Judas einer höheren Bestimmung bewusst war, sprach Jesus zu ihm: "Tritt beiseite, und ich werde dir die Geheimnisse des Reiches offenbaren. Du kannst dorthin gelangen, wirst jedoch großes Leid erfahren. Denn ein anderer wird deinen Platz einnehmen, damit die zwölf mit ihrem Gott wieder eins werden können."
   Judas sprach zu ihm: "Wann wirst du mir dies kundtun, und wann wird der große Tag des Lichtes für dieses Geschlecht anbrechen?" Als er dies sprach, verließ ihn Jesus.

Kapitel 2: Jesus erscheint seinen Jüngern erneut
Am Morgen danach [erschien] Jesus seinen Jüngern erneut. Sie sprachen zu ihm: "Meister, wo warst du, und was hast du getan?"
   Jesus sprach zu ihnen: "Ich ging zu einem großartigen heiligen Geschlecht."
   Seine Jünger sprachen zu ihm: "Herr, welches ist diese großartige Geschlecht, das uns überlegen ist und das heiliger ist als wir, und welches nicht von diesem Reich ist?" Als Jesus dies hörte, lachte er und sprach zu ihnen: "Wahrlich, [ich] sage euch, niemand, der in dieser Welt geboren wird, wird jenes Geschlecht sehen, und kein Heer von Engeln der Sterne wird über jenes Geschlecht herrschen, und kein Sterblicher kann mit jenem Geschlecht verkehren, denn jenes Geschlecht kommt nicht von [...] welches [...] wurde. Dieses Menschengeschlecht unter [euch] ist von dem Geschlecht der Menschheit [...] Macht, welche [...die] anderen Mächte [...] durch [die] ihr herrscht."
   Als [seine] Jünger dies vernahmen, waren sie sehr betrübt. Sie brachten kein Wort heraus.
   Eines anderen Tages kam Jesus zu [ihnen]. Sie sprachen zu [ihm]: "Meister, wir haben dich in einer [Vision] gesehen, als wir große [Träume...] hatten. [...] Nacht [...]. [Er sprach]: "Warum habt [ihr ...als] <ihr> euch versteckt?" [38]

Die Jünger sehen den Tempel und sprechen über ihn
Sie [sagten: "Wir sahen] ein großes [Haus mit einem großen] Altar [darin]; zwölf Männer – wohl die Priester – und einen Namen. Und eine Menschenmenge wartete an jenem Altar, [bis] die Priester ... [und ...] die Gaben [empfingen]. Doch wir warteten weiter."
   [Jesus sprach]: "Wie waren [die Priester]?"
   Sie [sagten: "Einige ...] zwei Wochen. [Einige] opferten ihre eigenen Kinder, andere ihre Ehefrauen als Zeichen des Lobes und der Demut. Einige schliefen mit Männern. Einige waren an Metzeleien beteiligt. Einige begingen eine Vielzahl von Sünden und Rechtsbrüchen. Und die Männer, die [vor] dem Altar standen, riefen deinen [Namen] an [39], und bei all diesen Untaten wurden die Opfer dargebracht. [...]" Nachdem sie dies gesagt hatten, schwiegen sie, denn sie waren sehr betrübt.

Jesus gibt eine allegorische Auslegung der Tempelvision
Jesus sprach zu ihnen: "Warum seid ihr betrübt? Wahrlich ich sage euch, alle Priester, die vor dem Altar standen, rufen meinen Namen an. Und wiederum sage ich euch, dass mein Name geschrieben steht auf diesem [...] der Geschlechter der Sterne durch alle Menschengeschlechter hindurch. [Und sie] pflanzten in meinem Namen schändlich Bäume, die niemals Frucht tragen würden."
   Jesus sprach zu ihnen: "Jene, die ihr am Altar Gaben empfangen saht, seid ihr selbst; und ihr seid auch die zwölf Männer, die ihr gesehen habt. Die Tiere, die - wie ihr saht - zur Opferung gebracht wurden, sind die vielen Menschen, die ihr vom rechten Weg abgebracht habt [40] vor diesem Altar. [...] wird stehen und meinen Namen so gebrauchen, und Generationen von Frommen werden ihm treu bleiben. Nach [...] wird dort ein anderer der Hurenböcke stehen und ein anderer der Kindermörder und ein anderer von denen, die mit Männern schlafen, und von denen, die enthaltsam leben, und der übrigen Menschen, die sich der Besudelung, Gesetzlosigkeit und Verfehlung hingeben und die, die sagen: 'Wir sind wie Engel.' Sie sind die Sterne, die alles zur Vollendung bringen. Denn den Menschengeschlechtern wurde gesagt: 'Siehe, Gott hat dein Opfer aus den Händen eines Priesters empfangen, das heißt eines Priesters der Verfehlung. Doch es ist der Herr, der Herr des Universums, welcher verheisst: Am jüngsten Tag wird Schande über sie kommen.'" [41]
   Jesus sprach zu ihnen: "Lasst ab vom Opf[ern] welche ihr habt [...] über den Altar, da sie über euren Sternen und euren Engeln sind und dort bereits zur Vollendung gelangt sind. [Schützt euch] vor ihnen und entsagt ihnen [etwa 15 Zeilen fehlen] Geschlechter [...] . Ein Bäcker kann nicht die ganze Schöpfung [42] unter dem Himmel ernähren. Und [...] zu ihnen [...] und [... ] zu uns und [...]."
   Jesus sprach zu ihnen: "Hört auf, mit mir zu ringen. Jeder von euch hat seinen eigenen Stern und jeder [ungefähr 17 Zeilen fehlen] [43] in [...] der gekommen ist [... Frühling] für den Baum [...] dieser Welt [...] für eine Zeit [...] doch muss er kommen, Gottes Paradies zu gießen und das [Geschlecht], das bestehen bleiben wird, da [er] den [Gang des Lebens dieses] Geschlechtes nicht besudeln wird, aber [...] bis in alle Ewigkeit.

Jesus predigt zu jenem Geschlecht und den Menschengeschlechtern
Judas sagte zu [ihm: "Rabb]i, was für eine Frucht wird dieses Geschlecht hervorbringen?"
   Jesus sagte: "Die Seelen jedes Menschengeschlechts werden sterben. Wenn diese Menschen aber die Zeit des Königreichs durchschritten haben und der Geist sie verlässt, werden ihre Körper sterben, doch ihre Seelen werden lebendig sein und werden hinauffahren."
   Judas sprach: "Und was werden die anderen Menschengeschlechter tun?" Jesus sprach: "Es ist unmöglich [44], Samen auf [Stein] zu säen und Früchte zu ernten Dies ist auch der Weg [...] die [besudelten] Geschlechter [...] und die bestechliche Sophia [...] die Hand, die die sterblichen Menschen erschuf, so dass ihre Seelen in die ewigen Reiche aufsteigen. [Wahrlich] ich sage dir, [...] Engel [...] die Macht wird dies erkennen können [...] jene, zu welchen [...] heilige Geschlechter [...] ."
   Nachdem Jesus dies sagte, ging er von dannen.

Kapitel 3: Judas berichtet von einer Vision und Jesus antwortet
Judas sprach: "Meister, da du sie nun alle angehört hast, höre auch mich an, denn ich hatte eine großartige Vision."
   Als Jesus dies hörte, lachte er und sprach zu ihm: "Du dreizehnter Gast, warum mühst du dich so? Aber erkläre dich; ich werde es ertragen."
   Judas sprach zu ihm: "In der Vision sah ich, wie die zwölf Jünger mich steinigten [45] und [mich erbarmungslos] verfolgten. Und ich kam auch zu der Stelle, wo nach dir [...]
   Ich sah [ein Haus ...] und meine Augen konnten seine Größe nicht erfassen. Große Menschen standen um das Haus herum, das ein Laubdach hatte. In der Mitte des Hauses war eine Menschenmenge [...]" [2 Zeilen fehlen], sagten: "Meister, führe mich zusammen mit diesen Menschen hinein."
   [Jesus] antwortete und sprach: "Judas, dein Stern hat dich in die Irre geführt." Er fuhr fort: "Kein Sterblicher ist würdig, das Haus zu betreten, das du sahst, denn dieser Ort ist den Heiligen vorbehalten. Weder die Sonne noch der Mond werden dort herrschen, auch nicht der Tag, doch die Heiligen werden auf immer dort wohnen, im ewigen Reich mit den heiligen Engeln. Siehe, ich habe dir die Geheimnisse des Himmels offenbart [46], und ich habe dich darüber belehrt, dass dich die Sterne irregeleitet haben [...] es schicken [...] in den zwölf Zeitaltern."

Judas erkundigt sich über sein eigenes Schicksal
Judas sprach: "Meister, könnte es sein, dass mein Samen unter der Gewalt der Herrscher steht?"
   Jesus antwortete ihm und sprach: "Siehe, [ich] [2 Zeilen fehlen] doch da du dich sehr grämen wirst, wenn du das Königreich und sein ganzes Geschlecht siehst."
   Als er dies hörte, sprach Judas zu ihm: "Wofür ist es gut, dass ich dies empfangen habe? Denn du hast mich auserwählt für dieses Geschlecht."
   Jesus antwortete und sprach: "Du wirst der Dreizehnte werden, und du wirst von den anderen Geschlechtern verflucht werden - und du wirst kommen, über sie zu herrschen. Am Ende aller Tage werden sie deine Erhebung [47] in das [Geschlecht] der Heiligen verfluchen."

Jesus belehrt sie über die Kosmologie: der Geist und der Ewige
Jesus sprach: "[Komm], damit ich dich über die [Geheimnisse] belehren kann, die kein Mensch jemals zuvor kannte. Denn es besteht ein großes, unendliches Reich, dessen Ausdehnung kein Engelsgeschlecht jemals wahrnahm, [in welchem] [ein] großer, unsichtbarer [Geist] waltet,

den kein Engelsauge jemals sah,
den kein Gedanke des Herzens jemals begreifen konnte,
und den man nie bei einem Namen rief.

Und dort erschien eine leuchtende Wolke. Er sprach: 'Erschaffe mir einen Engel als Diener.'
   Ein großer Engel, der erleuchtete göttliche Ewige, erschien aus dieser Wolke. Durch ihn entstanden vier weitere Engel aus einer anderen Wolke, und diese wurden Diener des engelgleichen Ewigen. Der Ewige sprach: [48] 'Lasse [...] entstehen [...]', und es entstand [...]. Und er erschuf das erste Gestirn, ihn zu beherrschen. Er sprach: 'Lasse Engel entstehen, [ihm] zu dienen.' Und es erschienen Engelscharen ohne Zahl. Er sprach: 'Lasse ein erleuchtetes Zeitalter entstehen.' Und es entstand. Er erschuf das zweite Gestirn, [um] ihn zu beherrschen, zusammen mit zahllosen Engelscharen, die ihm ihre Dienste anboten. So erschuf er auch die anderen erleuchteten Zeitalter. Er ließ sie über sie herrschen, und er erschuf für sie unzählige Engelscharen, um ihnen zu helfen."

Adamas und die Gestirne
"Adamas war in der ersten leuchtenden Wolke, die kein Engel jemals unter all jenen, die 'Gott' genannt werden, gesehen hat. Er [49] [...] das [...] Bild [...] und nach dem Bilde dieses Engels. Er ließ das unbestechliche Geschlecht Seth erscheinen [...] die zwölf [...] die vierundzwanzig [...] . Er ließ nach dem Willen des Geistes in jenem unbestechlichen Geschlecht zweiundsiebzig Gestirne erscheinen. Die zweiundsiebzig Gestirne selbst ließen nach dem Willen des Geistes in dem unbestechlichen Geschlecht dreihundertsechzig Gestirne erscheinen, so dass ihre Zahl fünf für jeden betrug.
   Die zwölf Zeitalter der zwölf Gestirne stellen ihren Vater mit sechs Himmeln für jedes Zeitalter dar, so dass es zweiundsiebzig Himmel für die zweiundsiebzig Gestirne gibt und für jeden von ihnen [50] von ihnen fünf Firmamente für insgesamt dreihundertsechzig Firmamente [...]. Sie erhielten die Herrschaft und eine große Heerschar von Engeln zu Ruhm und Ehre und danach ebenso unberührte Geister zu Ruhm und Ehre aller Zeitalter und die Himmel und ihre Firmamente."

Kosmos, Chaos und Unterwelt
"Die Vielzahl dieser Unsterblichen wird vom Vater Kosmos genannt - das heißt Verderben, und ebenso die zweiundsiebzig Gestirne, die mit dem Ewigen sind, und seine zweiundsiebzig Zeitalter. In ihm erschien der erste Mensch mit seinen unbestechlichen Kräften. Und das Zeitalter, das mit diesem Geschlecht anbrach, das Zeitalter, in welchem die Wolke des Wissens und der Engel existiert, wird [51] [...] genannt [...] Zeitalter [...] danach [...] sagte: 'Lasse zwölf Engel erscheinen, die das Chaos und die Unterwelt beherrschen.' Und siehe, aus der Wolke erschien ein Engel, auf dessen Angesicht Flammen zuckten und dessen Erscheinung mit Blut besudelt war. Sein Name war Nebro, was 'Rebell' bedeutet. Andere nennen ihn Yaldaboth. Ein anderer Engel, Saklas, kam ebenfalls aus dieser Wolke. So erschuf Nebro sechs Engel – sowie Saklas - als Diener, und diese schufen zwölf Engel in den Himmeln, wobei jeder einen Teil der Himmel empfing."

Die Herrscher und Engel
"Die zwölf Herrscher sprachen zu den zwölf Engeln: 'Lasst einen jeden von [52] [...] und lasst sie [...] Geschlecht [...]' [eine Zeile fehlt] Engel':

Der erste ist [S]eth, welcher Christus genannt wird.
Der [zweite] ist Harmathot, welcher [...] .
Der [dritte] ist Galila.
Der vierte ist Yobel.
Der fünfte [ist] Adonaios.

Dies sind die fünf, die über die Unterwelt herrschten und vor allem über das Chaos."

Die Erschaffung der Menschheit
"Dann sprach Saklas zu seinen Engeln: 'Lasst uns nach dem Bilde ein menschliches Wesen schaffen.' Sie formten Adam und sein Weib Eva, die in der Wolke Zoe genannt wird. Denn mit diesem Namen suchen alle Geschlechter den Mann, und jedes von ihnen ruft die Frau bei diesem Namen. Nun aber [...] Sakla [...] tat nicht [...] [53] komm[andieren ...] außer [...] die Gesch[lechter ...] das [...] . Und der [Herrscher] sagte zu Adam: 'Du wirst mit deinen Kindern lange leben.'"

Judas erkundigt sich nach dem Schicksal Adams und der Menschheit
Judas sprach zu Jesus: "[Was] ist die lange Zeitspanne, die das menschliche Wesen leben wird?"
   Jesus sprach: "Warum wunderst du dich darüber, dass Adam mit seinem Geschlecht sein Leben lang an dem Ort gelebt hat, an dem er sein Königreich empfing, und zwar genauso lange wie sein Herrscher?"
   Judas fragte Jesus: "Kann der menschliche Geist sterben?"
   Jesus sprach: "Dies ist der Grund dafür, dass Gott Michael den Befehl gab, den Menschen ihren Geist als Leihgabe zu überlassen, so dass sie ihm dienen können. Doch der Große befahl Gabriel, dem großen Geschlecht, das keinen Herrscher über sich hat, Geist zu gewähren - das heißt Geist und Seele. Daher [...] die [übrigen] Seelen [54] [eine Zeile fehlt]."

Jesus spricht mit Judas und anderen über die Vernichtung des Bösen
"[...] Licht [etwa zwei Zeilen fehlen] um [...] herum [...] lass [...] Geist, [welcher] in dir ist, in [diesem Fleisch] mitten unter Geschlechtern von Engeln wohnt. Doch Gott sah darauf, dass Adam und die, die mit ihm waren, Wissen erhielten, so dass die Könige des Chaos und der Unterwelt nicht über sie herrschen könnten."
   Judas fragte Jesus: "Also was werden diese Geschlechter tun?"
   Jesus sprach: "Wahrlich, ich sage euch, für sie alle werden die Angelegenheiten von den Sternen vollendet. Wenn Saklas die ihm bestimmte Zeitspanne vollendet hat, wird ihr erster Stern mit den Geschlechtern erscheinen, und sie werden beenden, was sie zu tun versprochen haben. Dann werden sie Unzucht treiben in meinem Namen und ihre Kinder abschlachten [55] und werden [...] und [etwa 6,5 Zeilen fehlen] meinen Namen, und er wird [...] dein Stern über dem [drei]zehnten Zeitalter."
   Daraufhin [lachte] Jesus.
   [Judas sprach]: "Meister, [warum lachst du uns aus]?"
   [Jesus antwortete und ] sprach: "Ich lache nicht [euch aus], sondern die Irrungen der Sterne, denn diese sechs Sterne ziehen mit diesen fünf Kämpfern umher, und sie alle werden gemeinsam mit ihren Geschöpfen vernichtet."

Jesus spricht über die Getauften und über den Verrat des Judas
Judas sprach zu Jesus: "Siehe, was werden die in deinem Namen Getauften tun?"
   Jesus sprach: "Wahrlich, ich sage [dir], diese Taufe [56] [...] meinem Namen [etwa 9 Zeilen fehlen] mir. Wahrlich, [ich] sage dir, Judas, [die, welche] dem Saklas Opfer darbringen [...] Gott [3 Zeilen fehlen] alles Böse.
   Doch du wirst sie alle übertreffen; denn du wirst den Mann opfern, der mich kleidet.

Schon wurde dein Horn erhoben,
dein Zorn wurde entfacht,
dein Stern zeigte sich strahlend,
und dein Herz hat/ist [...]. [57]

Wahrlich [...] dein letzt[...] wird [etwa 2,5 Zeilen fehlen] , sich grämen [etwa zwei Zeilen fehlen] der Herrscher, denn er wird vernichtet werden. Und dann wird das Bild des großen Geschlechts Adams erhöht werden, denn vor Himmel, Erde und Engeln besteht jenes Geschlecht, das aus den ewigen Reichen stammt. Siehe, dir ist alles gesagt worden. Erhebe deine Augen und blicke auf die Wolke und das Licht in ihr und die Sterne, die sie umgeben. Der Stern, der vorangeht, ist dein Stern."
   Judas erhob die Augen und sah die leuchtende Wolke und ging in sie hinein. Die auf der Erde Stehenden vernahmen eine Stimme, die aus der Wolke kam und sagte, [58 ] [...] großes Geschlecht [...] Bild [etwa fünf Zeilen fehlen].

Schluss: Judas verrät Jesus
[...] Ihre Hohenpriester murrten, weil er zum Beten in das Gästezimmer gegangen war. Aber einige Schriftgelehrte waren dort und beobachteten ihn aufmerksam, um ihn beim Beten zu verhaften, denn sie fürchteten sich vor dem Volk, da ihn alle für einen Propheten hielten.
   Sie traten an Judas heran und sprachen zu ihm: "Was tust du hier? Du bist ein Jünger Jesu."
   Judas antwortete ihnen, wie sie es wünschten. Und er empfing Geld und übergab ihn an sie.

 

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