titel

Glaubenskirche

Die gegen Ende des 19. Jahrhunderts stark gewachsene Bevölkerungszahl Lichtenbergs machte einen Kirchenneubau notwendig. Die kleine in der Dorfaue stehende Kirche bot nur 300 Gläubigen Platz und es war damit nicht mehr genug Raum vorhanden.

Eine Zeit lang fanden in der Aula der Schule in der Siegfriedstraße sonntäglich Parallel-Predigtgottesdienste statt, um der Notlage vorübergehend abzuhelfen. Schließlich waren die erforderlichen Mittel für eine neue Kirche zusammengebracht.

Nach Entwürfen des Geheimen Regierungs- und Baurat von Ludwig von Tiedemann wurde unter der Leitung des Regierungsbaumeisters Robert Leibnitz in spätgotischer märkischer Backsteinbauweise unter dem Protektorat der Kaiserin Auguste Viktoria dieses Bauwerk innerhalb von zwei Jahren errichtet.

Als Grundrissform wurde die des lateinischen Kreuzes gewählt. Die Grundsteinlegung fand am 14. Mai 1903 statt. Die feierliche Einweihung der neuen Kirche erfolgte am 14. Juni 1905 durch die Schirmherrin Kaiserin Auguste Viktoria.

Die Kirche steht beherrschend in der Mitte des Platzes. Ihre Formen sind an der Spätgotik angelehnt. Das für die Wirkung wesentliche hellgraue Kalksteinmauerwerk ist im Sinne des Materialstils bewusst in seine ästhetischen Quellen eingesetzt und in Kontrast zum roten Backstein gestellt. Daraus erklärt sich die Wahl des Bruchsteinmauerwerkes. Die unten um eine Kapelle und um das Halbrund zweier Türme mit Kegeldach verbreiterte Turmfront von 61 Metern Höhe besteht bis zur Höhe des Kirchenschifffirstes aus Rüdersdorfer Kalkstein. Einbezogen ist auch der untere Bereich des übergiebelten Portalvorbaues.

Der gesamte Unterbau ist durch die Uhr zusätzlich betont- zentriert, der Oberbau jedoch schrittweise dividiert in zwei Türme mit achtseitigen Kupferhelmen. Die Mauerflächen der Glockengeschosse und der Giebel sind mit reichem Blendmaßwerk überzogen. Zwei weitere Türme mit Zeltdächern flankieren den Chorbereich. In den Fenstern sitzt ein kurvig schwingendes Maßwerk.Das Innere der Kirche bildet eine zweischiffige Halle mit ebenfalls zweigliedrigen querschiffartigen Erweiterungen, in denen Emporen eingebaut sind. Darunter befinden sich Seitenkapellen.

Die Taufkapelle wurde von Kutschmann ausgemalt. Die Orgelempore wird von spätgotischen Stern- bzw. Netzgewölben überspannt. Das große Kirchenschiff wird von sechs großen ornamentierten Grisellafenstern erhellt. Hervorzuheben sind der dreiteilige geschnitzte spätgotische Eichenholzaltar und die in reichster Kupfertreibearbeit hergestellte Kanzel.

Seit 1999 ist die Kirche im Besitz der Koptisch-Orthodoxe Gemeinde in Berlin.

]

Glaubenskirche

 

Impressum

intern