 |  |  | Geheimes Markusevangelium In einem Clemens von Alexandrien (um 150 - 215) zugeschriebenen Brief, dessen Authentizität umstritten ist, geht es um den Streit mit der christlich-gnostischen Gemeinschaft der Karpokatianer, die sich auf Karpokrates (um 150) zurückführt. Dabei geht es auch um die richtige Fassung eines geheimen Markusevangeliums, vom dem drei verschiedene Versionen existieren sollen: Das erste, biblische Markusevangelium hat Markus unter Verzicht auf die mystischen Taten Jesu mit Hilfe von Petrus angefertigt. Die zweite Version, das geheime Markusevangelium, hat Markus nach dem Tod des Petrus geschrieben. Dort werden der ersten Version mystische Taten und Aussprüche Jesu hinzu gefügt, die die Gnosis fördern, und werde sicher verwahrt, weil sie „nur denen vorgelesen wird, die in die großen Mysterien eingeweiht werden“. Die dritte Version sei dadurch entstanden, dass dem Evangelium unverschämten Lügen hinzugefügt und so zur Quelle der Lehre der Karpokratianer gemacht habe. Um die karpokratianischen Zusätze aufzudecken, teilt Clemens am Schluss seines Briefs zwei Fragmente des geheimen Markusevangeliums mit: Fragment 1 ist ein Einschub zwischen Markus 10,34 und 10,35. Fragment 2 ist ein Einschub in Markus 10,46. Hier wird der Text im Zusammenhang des Markusevangeliums wiedergegeben. Hier können Sie den Text im Portable Document Format (pdf) herunterladen. Markus 10,32-34 [32] Sie waren aber auf dem Weg und gingen hinauf nach Jerusalem, und er [Jesus] ging ihnen [den Jüngern] voran, und die Jünger erschraken; aber die ihnen nachfolgten, fürchteten sich. Und er nahm wieder die Zwölf zu sich und begann, ihnen zu sagen, was ihm zustoßen wird: [33] „Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird übergeben werden den Hohenpriestern und Schriftgelehrten, und sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben [34] und sie werden ihn verspotten und anspucken und geißeln und töten, und nach drei Tagen wird er auferstehen. geheimes Markusevangelium Fragment 1 Und sie kamen nach Bethanien, und jene eine Frau, deren Bruder gestorben war, war dort. Und sie kam, warf sich vor Jesus nieder und sagte zu ihm: „Sohn Davids, habe Erbarmen mit mir.“ Aber die Jünger wiesen sie zurück. Und Jesus, der in Wut geriet, ging mit ihr in den Garten, wo das Grab war, und sogleich wurde ein lauter Schrei aus dem Grab gehört. Und indem er näher trat, rollte Jesus den Stein vom Eingang des Grabes. Und sogleich ging er hinein, wo der Jüngling war, streckte seine Hand aus und zog ihn hoch, indem er seine Hand ergriff. Aber der Jüngling, als er ihn ansah, liebte ihn und fing an, ihn anzuflehen, dass er bei ihm sein möge. Und sie gingen aus dem Grab heraus und kamen in das Haus des Jünglings, denn er war reich. Und nach sechs Tagen sagte ihm Jesus, was er tun solle, und am Abend kommt der Jüngling zu ihm, ein leinenes Tuch über [seinem] nackten [Körper] tragend. Und er blieb diese Nacht bei ihm, denn Jesus lehrte ihn das Geheimnis des Reiches Gottes. Und von da erhob er sich und ging auf die andere Seite des Jordans zurück.“ Markus 10,35-46a [35] Es gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen zu ihm: „Meister, wir wollen, dass du für uns tust, worum wir dich bitten.“ [36] Er aber sprach zu ihnen: „Was wollt ihr, dass ich für euch tue?“ [37] Sie aber sprachen zu ihm: „Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zur Linken in deiner Herrlichkeit.“ [38] Aber Jesus aber sprach zu ihnen: „Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde?“ [39] Sie aber sprachen zu ihm: „Wir können [das].“ Jesus aber sprach zu ihnen: „Den Kelch, den ich trinke, werdet ihr trinken, und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden, [40] aber zu sitzenzu meiner Rechten oder zur Linken kann ich nicht geben, außer [denen], für die es bestimmt ist. [41] Und als das die [anderen] Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. [42] Und Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: „Ihr wisst, die Herrscher zu sein scheinen, herrschen über die Völker nieder - gewalttätig herrschen sie und ihre Großen missbrauchen ihre Macht gegen sie. [43] Nicht so ist es bei euch; sondern wer groß sein will bei euch, der soll euer Diener sein, [44] und wer unter euch Erster sein will, der soll aller Sklave sein. [45] Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um sein Leben zu geben als Lösegeld für viele. [46a] Und sie kommen nach Jericho. geheimes Markusevangelium Fragment 2 Und die Schwester des Jünglings, den Jesus liebte, und seine Mutter und Salome waren dort, und Jesus empfing sie nicht. Markus 10,46b [46b] Und [als] er aus Jericho hinaus ging, [er] und seine Jünger und eine große Menge, saß der Sohn des Timäus, Bartimäus, ein blinder Bettler, am Weg ... Mehr zum geheimen Markusevangelium findet sich bei Eckhard Rau und Wieland Willker. |  | 
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